Wenn du beim Gedanken an Schweden zuerst rote Holzhäuser, tiefe Wälder und stille Seen vor Augen hast, bist du in Småland ziemlich richtig. Die Landschaft im Süden Schwedens kommt dem Schweden, das viele von uns im Kopf haben, erstaunlich nahe. Kleine Straßen schlängeln sich durch Wälder, hinter den Bäumen glitzert plötzlich ein See und irgendwo dazwischen steht ein falunrotes Häuschen mit weißen Fensterrahmen.
Für einen Campingurlaub könnte die Kulisse kaum besser sein. Dabei entscheidest du selbst, wie viel Ruhe du möchtest. Beim Naturcamping findest du kleine Plätze mitten im Grünen, am See oder in der Nähe einer Meeresbucht. Bist du mit Kindern unterwegs und möchtest etwas mehr Komfort und Abwechslung, gibt es zahlreiche Familien-Campingplätze mit Spielplätzen, Badestellen und Freizeitangeboten.
Das Schöne an Småland ist für uns diese Mischung: Du kannst den ganzen Tag unterwegs sein – wandern, paddeln, Fahrrad fahren und kleine Orte entdecken. Du kannst aber genauso gut morgens vor deinem Wohnmobil sitzen, den ersten Kaffee trinken und beschließen, heute einfach einmal gar nichts zu müssen.
Campingurlaub im Süden Schwedens
Der Name Småland bedeutet übersetzt zwar „kleines Land“, besonders klein fühlt sich die Landschaft allerdings nicht an. Småland gehört zu den größten historischen Provinzen Schwedens und erstreckt sich über einen weiten Teil des Südens. Mehr als 5.000 Seen und Flüsse, über 200 Kilometer Küste, Hunderte Naturschutzgebiete und mehrere Nationalparks prägen die Region.
Vor allem die vielen Seen machen Småland zu einem wunderbaren Ziel für Camper. Manche liegen direkt an kleinen Campingplätzen, andere verstecken sich hinter dichten Wäldern und sind nur über schmale Wege zu erreichen. Im Sommer gehört ein Sprung ins Wasser für uns fast genauso zu Småland wie die roten Häuser am Straßenrand.
Mit dem Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil bist du in Småland bestens unterwegs. Einen familienfreundlichen und bezahlbaren Campingplatz in schöner Lage zu finden, fällt in Südschweden nicht schwer. Viele Plätze liegen mitten in der Natur und sind gleichzeitig ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung.
Und davon gibt es reichlich. Je nachdem, wonach dir gerade ist, kannst du deinen Tag ganz unterschiedlich verbringen:
- durch die ausgedehnten Wälder Smålands wandern,
- mit dem Fahrrad über ruhige Landstraßen und durch kleine Dörfer fahren,
- mit Kanu oder Kajak einen der zahlreichen Seen und Flüsse erkunden,
- an einer kleinen Badestelle einen Nachmittag am Wasser verbringen
- oder einfach ohne großes Ziel losfahren und schauen, wo du landest.
Gerade Letzteres macht in Småland erstaunlich viel Spaß. Abseits der größeren Straßen führen schmale Wege durch Wälder und vorbei an Wiesen, Bauernhöfen und kleinen Ortschaften. Immer wieder tauchen die für Schweden so typischen falunroten Holzhäuser auf. Und nicht selten entdeckt man unterwegs einen See, einen kleinen Hofladen oder einen Platz, an dem man eigentlich nur kurz anhalten wollte – und dann doch etwas länger bleibt.
Wer gerne wandert, findet in den Naturschutzgebieten und Nationalparks zahlreiche gut ausgeschilderte Wege. Mal geht es durch dichten Nadelwald, mal über Holzstege durch Moorlandschaften und dann wieder am Ufer eines Sees entlang. Gerade an warmen Sommertagen ist es ziemlich angenehm, wenn am Ende der Wanderung noch eine Badestelle wartet.
Auch vom Wasser aus lässt sich Småland wunderbar entdecken. Mit einem Kanu oder Kajak gleitest du über ruhige Seen und Flüsse, vorbei an bewaldeten Ufern und kleinen Inseln. Wer früh am Morgen oder am Abend unterwegs ist, erlebt die Seen oft besonders ruhig. Dann hört man manchmal kaum mehr als das Paddel, das ins Wasser eintaucht.
Viel schwedischer kann sich ein Sommertag eigentlich kaum anfühlen.
Wenn es dich irgendwann vom Wald ans Meer zieht, ist auch die Küste nicht weit. Vor der småländischen Ostküste liegt Öland. Die lang gestreckte Insel ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug oder als nächste Station deiner Campingreise. Landschaftlich zeigt sich Öland noch einmal ganz anders als das waldreiche Småland – und genau dieser Kontrast macht einen Abstecher besonders reizvoll.
Zu Besuch bei Astrid Lindgren
Småland besteht natürlich nicht nur aus Wäldern und Seen. Die Region ist eng mit einer Frau verbunden, deren Geschichten das Bild von Schweden für Generationen geprägt haben: Astrid Lindgren (1907–2002).
Geboren wurde die weltberühmte Kinderbuchautorin in Vimmerby. Wer mit Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf, den Kindern aus Bullerbü oder Ronja Räubertochter aufgewachsen ist, wird hier einiges wiedererkennen. Und selbst wenn du ihre Bücher schon lange nicht mehr in der Hand hattest, fühlt sich manches in dieser Landschaft überraschend vertraut an.
Rund um Vimmerby kannst du dich auf die Spuren der Autorin und ihrer Geschichten begeben. Besonders für Familien gehört ein Besuch in Astrid Lindgrens Värld für viele zu einem Campingurlaub in Småland dazu. In dem großen Freilichtpark werden die Schauplätze und Figuren aus ihren Geschichten lebendig.
Wenn du die Gegend noch etwas weiter erkunden möchtest, kannst du anschließend durch das Småland fahren, das Astrid Lindgren zu vielen ihrer Geschichten inspiriert hat. Dabei begegnen dir Orte und Landschaften, deren Namen man vielleicht schon seit der Kindheit kennt.
- Vimmerby – die Heimatstadt Astrid Lindgrens,
- Astrid Lindgrens Värld mit bekannten Figuren und Schauplätzen ihrer Bücher,
- Lönneberga, dessen Name untrennbar mit Michel verbunden ist,
- und die kleinen Dörfer, Wälder und Höfe der Umgebung, die ein wenig von der Atmosphäre ihrer Geschichten bewahrt haben.
Doch auch abseits von Astrid Lindgrens Heimat lohnt es sich, den Campingplatz hin und wieder gegen einen Stadtbummel einzutauschen. An der Schärenküste liegt Karlskrona, dessen historische Marineanlagen zum UNESCO-Welterbe gehören. Die Stadt verteilt sich über zahlreiche Inseln und verbindet maritime Geschichte mit der entspannten Atmosphäre einer südschwedischen Küstenstadt.
Weiter nördlich wartet Kalmar mit seinem imposanten Schloss direkt am Wasser. Die Stadt eignet sich außerdem hervorragend als Zwischenstopp auf dem Weg nach Öland. Von hier führt die Ölandbrücke hinüber auf die Insel.
Im Westen Smålands liegt Jönköping am südlichen Ende des Vättern. Der zweitgrößte See Schwedens wirkt an manchen Tagen beinahe wie ein Meer. Vom Ufer aus kannst du Schiffe beobachten, am Wasser entlangspazieren oder zu einem Ausflug auf den See aufbrechen.
Und dann gibt es noch eine ganz andere Seite Smålands: das berühmte Glasreich. Seit Jahrhunderten wird in dieser Gegend Glas hergestellt. In mehreren Glashütten kannst du den Glasbläsern bei ihrer Arbeit zusehen und erleben, wie aus der glühenden Masse in erstaunlich kurzer Zeit filigrane Gefäße und Kunstwerke entstehen.
Damit bietet Småland für einen Campingurlaub eine Mischung, die wir an Südschweden besonders mögen: Natur, Wasser, kleine Städte, viel Geschichte und genügend Platz für spontane Umwege. Du kannst morgens durch den Wald wandern, mittags in einen See springen und am nächsten Tag auf den Spuren Astrid Lindgrens unterwegs sein.
Schau dir gleich das große Angebot an Campingplätzen in Småland an und finde den Platz, der zu deiner Reise passt. Vielleicht direkt am See, vielleicht mitten im Wald oder irgendwo dort, wo am Abend nur noch ein paar rote Holzhäuser zwischen den Bäumen hervorschauen.
Denn manchmal sind es gerade diese unscheinbaren Orte, an die man sich nach einem Schwedenurlaub am längsten erinnert.


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