Morgens die Tür der kleinen roten Holzhütte öffnen, noch etwas verschlafen auf die Terrasse treten und feststellen, dass die Kinder längst auf dem Spielplatz verschwunden sind.
Irgendwo riecht es nach Kaffee. Vom See kommen zwei SUPs zurück. Auf dem Nachbarplatz wird bereits der Grill aufgebaut – obwohl es gefühlt noch nicht einmal richtig Mittag ist.
So ungefähr kann ein Urlaub in einem Ferienpark in Schweden aussehen.
Dabei ist „Ferienpark“ in Schweden ein ziemlich dehnbarer Begriff. Manche Anlagen erinnern an klassische Ferienresorts mit Pool, Restaurant und Animation. Andere sind eher große Campingplätze mit Hütten, Strand und Spielplatz. Und wieder andere liegen so ruhig zwischen Wald und See, dass das Wort „Park“ fast schon zu groß klingt.
Wie sehen Ferienparks in Schweden aus?
Typisch sind sogenannte Stugor – kleine Ferienhütten, die von sehr einfach bis erstaunlich komfortabel reichen.
Daneben findest du je nach Anlage Stellplätze, Ferienhäuser, Glamping-Unterkünfte oder Hotelzimmer.
Für uns liegt der Reiz vor allem darin, dass vieles unkompliziert ist. Man wohnt mitten in der Natur, hat aber trotzdem Infrastruktur in Laufweite.
Spielplatz? Da vorne.
Badestelle? Hinter den Birken.
Eis? Natürlich an der Rezeption. Und selbstverständlich entdecken die Kinder den Eisverkauf lange vor den Eltern.
Warum Ferienparks für Familien praktisch sind
Gerade mit Kindern können solche Anlagen herrlich entspannt sein.
Niemand erwartet absolute Ruhe auf dem Grundstück. Andere Kinder sind da. Fahrräder liegen herum. Am Strand werden Sandburgen gebaut und abends sitzen die Erwachsenen noch draußen, während der Nachwuchs zum fünften Mal zwischen Hütte und Spielplatz pendelt.
Viele größere Anlagen bieten zusätzlich Schwimmbäder, Minigolf, Kinderclubs, Fahrrad- oder Kanuverleih und Restaurants.
Das bedeutet nicht, dass man seinen gesamten Schwedenurlaub im Ferienpark verbringen sollte. Aber es ist angenehm, nicht für jede Kleinigkeit ins Auto steigen zu müssen.
Ferienparks und Anlagen, die Familien kennen sollten
Daftö Resort bei Strömstad
Daftö an der schwedischen Westküste verbindet Camping und Ferienunterkünfte mit einem ausgeprägten Piratenthema. Dazu gehört mit Daftöland sogar ein eigener kleiner Freizeitpark.
Für Familien, die über Göteborg oder die Westküste reisen, kann die Anlage ein spannender Zwischenstopp oder ein eigenes Urlaubsziel sein.
Kneippbyn auf Gotland
Kneippbyn liegt südlich von Visby und verbindet Ferienanlage, Wasserpark und Freizeitpark. Besonders bekannt ist natürlich die originale Villa Villekulla aus den Pippi-Langstrump-Verfilmungen.
Wenn Gotland ohnehin auf deiner Wunschliste steht und Kinder mitreisen, lässt sich hier sehr viel miteinander verbinden.
Leksand Resort in Dalarna
Hier treffen Ferienunterkünfte und Camping auf eine klassische schwedische Sommerlandschaft am Siljan. Direkt in der Umgebung wartet außerdem Leksand Sommarland mit Wasserrutschen und Attraktionen.
Dalarna ist ohnehin eine Region, in der man schnell das Gefühl bekommt, jemand hätte aus sämtlichen Schweden-Klischees eine Landschaft gebaut – rote Häuser, Wälder, Seen und lange Sommerabende inklusive.
First Camp Sommarvik in Värmland
Sommarvik liegt am Västra Silen und kombiniert Hütten und Stellplätze mit Strand, Pools, Spielplätzen und Minigolf.
Gerade Värmland mögen wir für Familien, weil man von solchen Anlagen aus sehr schnell wieder mitten in der Natur ist.
Ferienhaus, Hütte oder Camping?
Bei schwedischen Ferienanlagen lohnt es sich, die Unterkunftsbeschreibung wirklich genau zu lesen.
„Stuga“ kann nämlich vieles bedeuten.
Manchmal bekommst du ein richtiges kleines Ferienhaus mit Küche, Bad und mehreren Schlafzimmern. Manchmal besteht die Hütte hauptsächlich aus Betten, Tisch und Kühlschrank und das Sanitärgebäude steht 50 Meter weiter.
Beides kann wunderbar sein – man sollte nur vorher wissen, welche Variante man gebucht hat.
Unsere Tipps für die Buchung
- In den schwedischen Sommerferien frühzeitig buchen.
- Prüfen, ob Bettwäsche und Handtücher enthalten sind.
- Nachsehen, ob eine Endreinigung inklusive ist oder extra kostet.
- Bei einfachen Stugor kontrollieren, ob Dusche und WC in der Hütte liegen.
- Bei Familienparks prüfen, welche Aktivitäten tatsächlich im Übernachtungspreis enthalten sind.
- Entfernung zum nächsten Supermarkt nicht unterschätzen.
Und wir würden nicht nur nach möglichst vielen Attraktionen suchen.
Manchmal ist der schönste Ferienpark derjenige mit dem kleinen Sandstrand, einem Steg und einer Hütte, vor der abends noch die Sonne steht.
Denn irgendwann sind die Wasserrutschen geschlossen, der Minigolfplatz ist leer und die Kinder schlafen.
Dann sitzt man mit einem Kaffee oder einem Glas irgendwas auf der Terrasse, hört die Vögel im Wald und denkt: Ja. Genau deshalb sind wir hier.
Kommentare & Fragen
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