🔄 Aktualisiert: 16. September 2026 ✍️ Autor: Christian Hellrung

Man fährt nichtsahnend durch Göteborg, folgt dem Navi, passiert irgendeine unscheinbare Kamerabrücke – und ein paar Wochen später liegt Post wegen einer schwedischen Mautgebühr im Briefkasten.

Keine Sorge: Du hast keine geheime schwedische Verkehrsregel übersehen.

In Stockholm und Göteborg wird eine sogenannte Trängselskatt, also eine Stau- beziehungsweise Citymaut, erhoben. Das betrifft auch Urlauber mit einem in Deutschland zugelassenen Auto.

Gibt es in Schweden eine Maut?

Eine klassische Autobahnmaut wie beispielsweise in Frankreich gibt es in Schweden nicht. Du musst also nicht vor jeder längeren Fahrt überlegen, welche Autobahngebühren auf dich zukommen.

Anders sieht es in Stockholm und Göteborg aus. Dort gibt es automatische Mautstationen.

Schranken oder Kassenhäuschen suchst du vergeblich. Kameras erfassen das Kennzeichen automatisch. Du fährst einfach weiter.

Gut zu wissen

Die Citymaut gilt auch für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen. Du musst vor der Fahrt normalerweise weder eine Vignette kaufen noch an einer Mautstation anhalten.

Citymaut in Stockholm

In Stockholm wird die Staugebühr beim Ein- und Ausfahren aus dem Innenstadtbereich sowie auf bestimmten Abschnitten der Essingeleden erhoben.

Die Höhe richtet sich nach Tageszeit und Saison. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten wird es teurer.

2026 liegen die einzelnen Gebühren je nach Zeitpunkt und Strecke bei bis zu 45 SEK pro Passage. Pro Fahrzeug und Tag gibt es eine Obergrenze von 135 SEK in der Hauptsaison beziehungsweise 105 SEK außerhalb der Hauptsaison.

Die Hauptsaison reicht grundsätzlich vom 1. März bis zum Tag vor Mittsommer sowie vom 15. August bis 30. November.

Nachts fällt keine Citymaut an. Auch an bestimmten Feiertagen und an großen Teilen des Julis wird keine Gebühr erhoben.

Citymaut in Göteborg

Auch Göteborg besitzt ein Netz automatischer Mautstationen.

2026 kostet eine Passage abhängig von der Uhrzeit zwischen 9 und 22 SEK. Zwischen 18:30 Uhr und 5:59 Uhr wird keine Staugebühr erhoben.

Die maximale Tagesgebühr liegt bei 60 SEK pro Fahrzeug.

Besonders praktisch ist die sogenannte Einmalgebührenregel: Passierst du innerhalb von 60 Minuten mehrere Mautstationen, wird nur eine Gebühr berechnet – und zwar die höchste innerhalb dieses Zeitraums.

Im Juli wird in Göteborg keine Citymaut erhoben.

Was gilt mit deutschem Kennzeichen?

Früher hielt sich unter Urlaubern hartnäckig die Vorstellung, ausländische Autos seien von solchen Gebühren ausgenommen. Darauf solltest du dich nicht verlassen.

Die schwedische Citymaut gilt ausdrücklich auch für im Ausland zugelassene Fahrzeuge.

Das Kennzeichen wird an der Kontrollstelle fotografiert und der Fahrzeughalter ermittelt.

Wie wird die Maut bezahlt?

Du musst unterwegs nichts bezahlen.

Für ausländische Fahrzeuge arbeitet die schwedische Verkehrsbehörde Transportstyrelsen mit EPASS24 zusammen. Darüber wird der Fahrzeughalter ermittelt und die Abrechnung verschickt.

Deshalb unser Tipp: Nicht nervös werden, wenn du durch eine Mautstation gefahren bist und nirgendwo bezahlen konntest. Das ist so vorgesehen.

Die Rechnung kann erst später kommen. Dann solltest du allerdings auf die angegebene Zahlungsfrist achten.

Unsere Tipps für Stockholm und Göteborg

Wir würden wegen ein paar Kronen Citymaut keine komplizierten Umwege fahren. Gerade in Göteborg kann dich ein solcher Versuch schnell mehr Zeit und Kraftstoff kosten als die eigentliche Gebühr.

Wichtiger ist:

  • Citymaut schon bei der Reiseplanung einkalkulieren.
  • Keine Vignette für Stockholm oder Göteborg kaufen – eine solche gibt es dafür nicht.
  • Mautstationen nicht mit Parkgebühren verwechseln.
  • Rechnungen nach dem Urlaub nicht als Werbung beiseitelegen.
  • Bei Mietwagen vorher prüfen, wie die Vermietung Mautgebühren weiterberechnet.

Und dann gilt eigentlich dasselbe wie so oft in Schweden: einfach weiterfahren.

Die Technik im Hintergrund kümmert sich um den Rest.

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